Unsere Meldung des Jahres 2017, Tixspi die Katze aus dem Kamin

Kurz vor dem Jahreswechsel haben wir die Abonnenten unserer Facebookseite gefragt was für sie unsere Meldung des Jahres 2017 war.
Zwischen den beiden Vorauswahlen, “Einsatz, Katze im Kamin” oder “Gründung unserer Kinderfeuerwehr” konnten die Leserinnen und Leser wählen.

Beides waren Meldungen die wir im vergangenen Jahr über unsere Seiten kommuniziert hatten, und beide sorgten für ein großes Interesse, auch Medial.
So kam es wie es fast zu erwarten war und eine spannende Abstimmung nahm ihren lauf. Am Ende kam die Meldung, “Einsatz, Katze im Kamin”, auf 55%
der abgegebenen Stimmen.

Grund genug für uns noch einmal genauer auf diesen, sicherlich nicht alltäglichen Einsatz zu blicken.

Die Katze auf dem Dach

Es war der 4. August des vergangenen Jahres. Bei angenehmen Sommerlichen Wetter wurde der Feuerwehr- und Rettungsleitstelle des Kreises Düren eine Katze gemeldet die nun schon seit einigen Stunden auf dem Dach eines Wohnhauses säße, und scheinbar von alleine nicht mehr runter kommen würde.
Nach Einsatzplan der Feuerwehr Niederzier, wird bei solchen Einsätzen die in den Bereich Tierfang fallen, über Tag zunächst der Bauhof bzw. die Ordnungsbehörde der Gemeinde Niederzier verständigt. Da sich das Tier allerdings in 8m höhe befinden sollte, konnte der Einsatz nicht vom Bauhof übernommen werden da man hier nicht über die entsprechende Ausrüstung verfügte.

Nach kurzer Telefonischer Rücksprache mit der Wehrleitung der Feuerwehr der Gemeinde Niederzier wurde sich dazu entschlossen nicht die Örtliche Löschgruppe aus Huchem-Stammeln zu alarmieren, sondern die zu dieser Zeit für die Tierrettung zuständige “TIF Bereitschaft” der Löschgruppe Oberzier zu alarmieren.

TIF Bereitschaft wird alarmiert

Bei Einsätzen mit dem Stichwort TIF (Tierfang) handelt es in der Regel um zugelaufene Tiere wie Hunde oder Katzen. Die Feuerwehr Niederzier übernimmt diese Aufgabe außerhalb der Regelarbeitszeit des Bauhofes im rahmen der Amtshilfe. Im Normalfall rückt die entsprechende Bereitschaft dann mit einem Mannschaftstransportfahrzeug (MTF) und dem Anhänger “Tierrettung” aus.
In diesem Anhänger befinden sich einige Hilfsmittel zum einfangen und sichern von Tieren, sowie bietet er die Möglichkeit einen geeigneten und sicheren Transport der Tiere durchzuführen.
Auch besteht die Möglichkeit z.B. den Chip eines Hundes auszulesen und den eventuellen Halter bei “Tasso” anzufragen. So können z.B. entlaufende Hunde schnell wieder ihren Besitzern zurückgebracht werden ohne sie zuerst unnötig dem Tierheim zuführen zu müssen.

Aufgrund der Meldung, Katze auf Dach, entschloss sich aber der zuständige Gruppenführer bereits vor dem ausrücken, anstelle mit dem MTF, mit dem Löschgruppenfahrzeug (LF) auszurücken da man hier über eine entsprechend lange Leiter verfügt.

Vor Ort stellte sich die Lage dann allerdings etwas komplizierter da als man zunächst annahm.
Die Katze befand sich, mit dem Kopf voraus, in der Öffnung eines Kamins auf dem Nachbarhaus. Ein weg zurück schien für das Tier nicht mehr möglich, und da das vorgehen mit der tragbaren Leiter am Objekt als zu gewagt gesehen wurde, entschloss man sich die Teleskopmastbühne (TMB) vom Feuerschutztechnischen Zentrum des Kreis Düren zu alarmieren.

Flucht nach vorne

Als die TMB an der Einsatzstelle eintraf war alles dafür bereit Tixspi die Katze aus ihrer misslichen Lage zu befreien.
Einzig Tixspi selber hatte dabei aber wohl noch so seine bedenken, und trat, bei der Annäherung der Rettungskräfte mit dem Korb der TMB, die Flucht nach vorne an.

Schnell stellte sich heraus das es sich bei diesem Kamin um einen Still gelegten Schacht handelte der nur noch zur Kabelführung diente und es im Haus keine Revisionsöffnungen gab.
Einzig vom, schwer zugänglichen, Dachboden gab es die Möglichkeit in den Kamin von oben zu sehen. Vom Dach her war dies ohne ein aufwendiges entfernen der Kaminabdeckung nicht möglich.

So machte sich ein Feuerwehrmann auf den weg zum Dachboden, von wo er etwas unter ihm Tixspi ausmachen konnte und das Tier von nun an nicht mehr aus den Augen lies.
Der Einsatzleiter entschloss sich dazu den Bezirksschornsteinfeger zu rate zu ziehen und lies ihn durch die Leitstelle mit einer Endoskopkamera zur Einsatzstelle kommen.

Ein Loch muss her

Dank der hervorragenden Fertigkeiten der zwei Schornsteinfeger lies sich die Position von Tixspi schnell und ziemlich genau herausfinden. Die Katze war bis zur Ebene der Küche im 1. OG heruntergerutscht und dort offenbar steckengeblieben.
Nach Rücksprache mit dem Hauseigentümer und dem Besitzer der Katze wurde sich dazu entschlossen das Tier mittels einer Kernlochbohrung aus der nun noch misslicheren Lage zu retten.

Dazu wurden zunächst drei Löcher unterhalb des Tieres gebohrt in denen jeweils eine kleine runde Eisenstange eingeschoben wurde um ein weitere abrutschen der Katze zu verhindern.
Etwas Oberhalb von Tixspi, wurde dann die eigentliche Kernlochbohrung durchgeführt. Dies geschah unter ständiger Beobachtung der Katze vom Feuerwehrmann auf dem Dachboden aus.
Im Anschluss der Bohrung konnte Tixspi nun aus dem Kamin herausgehoben werden, wobei das Tier sich allerdings noch nicht ganz mit einverstandenen fühlte, und sicher in einer Katzentransportbox gesetzt werden.

So konnte Tixspi zwar etwas geschockt, aber augenscheinlich unversehrt nach knapp drei Einsatzstunden seinen Besitzern wieder übergeben werden, welche das Tier im Anschluss zur Untersuchung zu einem Tierarzt brachten.

Dieser nicht alltägliche Einsatz wurde im Anschluss von uns über unsere Medienseiten publiziert, und auch über unseren Newsroom im Presseportal wurde eine Pressemitteilung veröffentlicht.
Diese wurde auch sehr schnell z.B. von der Redaktion der WDR Lokalzeit aus Aachen aufgenommen wo der Bericht zu unserem Einsatz am Ende auf rund 248 Gefällt mir Angaben kam.

Viele Einsätze bleiben den Einsatzkräften noch einige Zeit in Erinnerung, aber an diesen werden sich sicherlich alle beteiligten noch in sehr langer Zeit erinnern und somit ist auch die Abstimmung zur Meldung des Jahres für diesen Einsatz gerechtfertigt.

 

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