Feuerwehr ABC – F wie Freiwillige Feuerwehr

Eine Freiwillige Feuerwehr ist eine öffentliche Feuerwehr, die sich hauptsächlich aus ehrenamtlichen Mitgliedern, mitunter auch einigen hauptamtlichen Kräften (z. B. für den Rettungsdienst, in Werkstätten) zusammensetzt. Im Gegensatz dazu besteht eine Berufsfeuerwehr (BF) aus rein hauptamtlichen Einsatzkräften. Entgegen der weitverbreiteten Meinung, in den meisten Städten Deutschlands gebe es eine Berufsfeuerwehr, wird der abwehrende Brandschutz und die allgemeine Hilfe in Deutschland hauptsächlich durch Freiwillige Kräfte sichergestellt.
Bei einer Gesamtzahl von 2074 Städten in Deutschland existieren in lediglich knapp über 100 dieser Städte Berufsfeuerwehren.
In allen diesen Städten gibt es zur Verstärkung der Berufsfeuerwehr auch Freiwillige Feuerwehren. Auch in Österreich gibt es nur in sechs Landeshauptstädten Berufsfeuerwehren.
Andererseits können Feuerwehren zwar freiwillig sein, aber im Namen dieses nicht anführen.


Die Organisation, den abwehrenden Brandschutz und die allgemeine Hilfe größtenteils mit Freiwilligen Feuerwehren abzudecken, hat sich vor allem in der Schweiz, in Österreich, Deutschland und Polen durchgesetzt, während in den meisten anderen west- und auch osteuropäischen Ländern andere Organisationsformen vorherrschen. Geschichtlich bedingt bestehen auch im Gegensatz zum übrigen Italien in Südtirol fast nur Freiwillige Feuerwehren. In manchen Ländern gibt es jedoch Bestrebungen, ein freiwilliges System zu etablieren. Ein Beispiel hierfür ist die ESEPA in Griechenland.

Um in die Einsatzabteilung einer Freiwilligen Feuerwehr eintreten zu können, müssen verschiedene Voraussetzungen erfüllt sein. Dazu können zählen:

  • das Erreichen eines Mindestalters, in Deutschland je nach Bundesland zwischen 16 und 18 Jahren, in Österreich teilweise 15 Jahre,
  • die körperliche Eignung, wobei die genauen Anforderungen nur selten durch Gesetze oder Vorschriften festgelegt sind, so z. B. für Hamburg durch die Feuerwehr-Dienstvorschrift 300 „Gesundheitliche Anforderungen“. Ein von der Deutschen Feuerwehr-Sportföderation e. V. entwickelter Eignungstest hat nur empfehlenden Charakter.
  • die geistige und charakterliche Eignung, die in der Regel ebenfalls nicht genau definiert wird,
  • sowie die Freiheit von gewissen Vorstrafen oder Maßregeln; seltener wird ein polizeiliches Führungszeugnis gefordert.

In Deutschland gibt es Gesetze, die den Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehr während der Arbeitszeit im Einsatzfalle die Entfernung vom Arbeitsplatz erlauben, wobei die Löhne durch den Arbeitgeber weiterzuzahlen sind. Das gleiche Verfahren gilt auch für Ausbildungsveranstaltungen, etwa der Teilnahme an Lehrgängen an einer Landesfeuerwehrschule oder anderen Kursen.
Für Selbstständige oder nicht Berufstätige gibt es analoge Regelungen mit Pauschalbeträgen.

So wird manchen ehrenamtlichen Feuerwehrleuten von ihren Arbeitgebern untersagt, während ihrer Arbeitszeit den Arbeitsplatz wegen eines Feuerwehreinsatzes zu verlassen, obwohl dies den oben erwähnten gesetzlichen Regelungen widerspricht.

Da die Lohnfortzahlung des Arbeitgebers zu seinem Nachteil führen würde, kann der Arbeitgeber diese Lohnfortzahlung gegenüber der zu alarmierenden Behörde geltend machen. Das bedeutet, er erhält den gezahlten Lohn von der Behörde zurück.

 

Land Einwohner Gesamtanzahl
Feuerwehrmitglieder
Verhältnis vonEinwohnern zu

Feuerwehrmitgliedern

Freiwillige
Feuerwehrmitglieder
Berufs-
feuerwehrmitglieder
Teilzeit-
feuerwehrmitglieder
Dänemark 5.400.000 7.100 0,13 % 2.000 1.600 3.500
Deutschland 82.503.000 1.082.858 1,31 % 1.055.255 27.603 0
Finnland 5.237.000 13.400 0,26 % 4.000 4.500 4.900
Frankreich 58.518.395 234.017 0,40 % 197.556 36.461 0
Griechenland 10.939.605 18.733 0,17 % 3.821 9.412 5.500
Italien 57.000.000 39.652 0,07 % 4.000 30.652 5.000
Österreich 8.174.700 337.170 4,12 % 334.751 2.419 0
Polen 38.175.000 506.228 1,32 % 476.453 29.775 0
Tschechien 10.200.000 92.122 0,90 % 83.679 6.443 2.000
Vereinigtes Königreich 59.553.759 58.406 0,10 % 1.227 39.058 18.121

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